Am Abend des 8. April befand sich Pedro Corona in einem schweren psychischen Ausnahmezustand. Freunde riefen in dieser akuten Krisensituation und in „im vollen Vertrauen auf die staatlichen Institutionen in Deutschland“ die Ambulanz. Die Rettungssanitäter benachrichtigten die Polizei, weil ihr Freund nicht einsichtig gewesen sei. Sie hätten dann die Wohnung verlassen müssen. Was als Versuch begann, ihm die notwendige medizinische Notallversorgung zu organisieren, entwickelte sich zu einem massiven Polizeieinsatz in dessen Folge sich Pedros zuvor körperlich nicht prekärer Gesundheitszustand dramatisch verschlechterte, berichtet der Anwalt Simon Gonzalez auf seinem Instagram-Kanal. https://www.instagram.com/rechtsanwalt_simon_gonzalez/ Pedro befindet sich seitdem in einem lebensgefährlichen Zustand auf der Intensivstation. Nach Einschätzung des Juristen besteht der ernsthafte Verdacht, dass diese massive Verschlechterung seines Gesundheitszustands auf einen „exzessiven Gewalteinsatz seitens der eingesetzten Polizeibeamten“ zurückzuführen sein könnte.
Tatsächlich machen die tödlichen Schüsse wie auf Lorenz A. in Oldenburg (Ostern 2025) sowie die unangemessene Anwendung von Gewalt gegen Menschen in psychischen Ausnahmesituationen wie gegen Mouhamed Dramé in Dortmund (August 2022) oder Ante P. in Mannheim (Mai 2022) immer wieder deutlich, die deutsche Polizei hat ein Problem mit strukturellem Rassismus und brutaler Gewalt und sie macht die Opfer zu Tätern. So verbreitete die Kölner Polizei bereits kurz nach dem Einsatz ihre Version in einer Pressemeldung und behauptet, der 30-Jährige habe heftigen Widerstand gegen die Einsatzkräfte geleistet, eine Polizistin verletzt und dabei das Bewusstsein verloren. Aus „Neutralitätsgründen" habe die Bonner Polizei die Ermittlungen übernommen. Auch in Köln war das nicht der erste Fall tödlicher Polizeigewalt gegen Personen in psychischen Ausnahmesituationen: In Ostheim starb im Sommer 2022 der Kölner Musiker Lousef B. bei einer Zwangsräumung durch Polzeischüsse in seiner Wohnung, ohne dass sein Tod für den Beamten Konsequenzen hatte.
Die Familie von Pedro Corona besteht auf einer sorgfältigen, objektiven und transparenten Aufklärung aller Umstände. Gerade weil vieles noch unklar sei, sei eine kritische rechtliche und tatsächliche Aufarbeitung unerlässlich. Pedros Mutter und seine Cousine sind aus Venezuela nach Deutschland gereist, um an seiner Seite zu sein. Neben den emotionalen Belastungen entstehen hohe Kosten für Flüge, Unterkunft, medizinische Begleitung, organisatorische Unterstützung und juristischen Beistand. Deshalb haben sie eine Spendenaktion ins Leben gerufen. Jede Spende bedeutet Solidarität – für Pedro und für seine Familie: https://www.gofundme.com/f/pedro-cipriano-unser-freund-hatte-am-9-april-einen-unfal
In Köln organisiert sich gerade Unterstützung für Pedro und seine Familie. Kontakt unter PolizeigewaltKoeln@proton.me sowie über den Anwalt Simon Barrera Gonzalez. Weitere Informationen: https://justiceforpedro.de oder @justiceforpedro